Young Buck – Buck The World
Verfasst von Lance1 am Dienstag, 3. April 2007 um 11:41
Releasedate: 23.03.07, G Unit / Interscope
Die Messlatte für sein zweites Soloalbum hat das 26jährige G Unit-Member Young Buck 2004 mit seinem Debüt Straight Outta Ca$hville ziemlich hoch gelegt. Zwar für Crew-Verhältnisse kommerziell nicht unbedingt erfolgreich, stiess aber auf grosse Resonanz bei Fans und Kritikern. Mit Granaten wie Do It Like Me, Welcome To The South, dem Nancy Sinatra-samplenden Bang Bang, Black Gloves usw. traf er den Zeitgeist der Strasse und unterstrich seine Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Nashville, Tennessee.
Man durfte sich auch Sorgen machen hinsichtlich der Releases der übrigen G Unit-Rappern. Lloyd Banks ist nach vielversprechendem Einstieg ins Rapbusiness an einem gesättigten und gelangweilten Punkt angekommen, wie seine letzten Mixtapes und v.a. die 2006 erschienene Soloplatte The Rotten Apple demonstrativ gezeigt haben. 50 Cent verstrickt sich derweil in abstruse Beefgeschichten mit Cam und dessen Jungs. Und der nicht gerade mit lyrischen Überskills ausgestattete Tony Yayo proklamierte sich in Interviews als einer der besten Rapper des Landes und soll einen 14 jährigen verkloppt haben.
Nichtsdestotrotz und scheinbar unbeeindruckt davon baut sich Young Buck im Süden Schritt für Schritt sein eigenes kleines Imperium mit eigenem Label und unabhängigem Mixtapebusiness auf. Genau so präsentiert sich auch seine neue Scheibe: Ehrlichkeit und erarbeiteter Respekt ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album.
Losgelegt wird mit einer Blaupause für Strassenbanger aus dem Dirty Dirty nach der anderen, auf ein bretthartes “Push ‘Em Back” folgt das noch ein Stück mehr rollende Say It To My Face und das in der ähnlichen Boxengegend angesiedelte Buss Yo Head. Bereits nach den ersten drei Tracks ist der Tarif bekannt, der eher ostküstennahe Grundvibe des Vorgängers ist einem kompromisslosen Dirty-South-Style gewichen: Die Single Get Buck (YOUTUBE-VIDEO), die mehr Strasse unterm Arsch hat als ein öffentlicher Sitzstreik. Die nachdenklichen Ghettotracks Buck The World und Slow Ya Roll, letzteres das Juwel des Albums: Wunderbar eingängiger Beat, ein ehrlicher Young Buck erzählt über seine dramatischen Familienverhältnisse und der Linkin Park-Sänger Chester teaset eine perfekt passende Hook dazu.
Desweiteren erwähnenswert sind das von Dr. Dre produzierte Hold On feat. 50 Cent, das einen entspannten Westcoastbeat sportet, sowie das Young Jeezy featurende Pocket Full Of Paper, die sich nahtlos ins Albumgefüge einbringen. Weitere Hits liefert Money Good, dessen erstaunlich relaxter Beat so gar nicht zum verantwortlich zeichnenden Lil Jon passen will, aber dennoch ebenso gut passt. Über das schon im Vorfeld bekannte Clean Up Man und die Monstercollabo 4 Kings feat. T.I., Pimp C & Young Jeezy gelangt man zum Geheimtipp des Albums, das von Eminem produzierte Lose My Mind: Ein krass nach vorne gehender Slammer, dessen Parts von Buck mehr gebrüllt als gerappt werden, kann Gänsehaut verschaffen ob der lebensmüden und aggressiven Stimmung des Rappers, die hier sehr gut transportiert wird.
Totalausfälle sind keine zu verzeichnen, auf Dauer sind aber bspw. die Hooks von Haters feat. Kokane, I Know You Want Me oder Puff Puff Pass aufgrund hohen Nervenkillerpotenzials nicht zumutbar. Das wiederum von Dr. Dre gebaute U Ain’t Goin Nowhere enthält zwar einen gut flowenden Buck und einen passenden Refrain, das Thema Ladies wurde in dieser Form aber schon zigmal abgehandelt und vermag nichts Neues mehr zu vermitteln.
Aus dem übertrieben anmutenden Beef von 50 und mittlerweile auch Yayo (unsere News vom 2. 4. 07) mit der Dipset-Crew um Cam’ron hat sich Young Buck mit der Ansage, dass dies nicht seine Angelegenheiten seien, vornehm herausgehalten. Daher erstaunt es, dass er den Cam’ron-Diss “Funeral Music” als Hiddentrack auf das Album gepackt hat.
Fazit:
Die konsequente Weiterentwicklung eines häufig unterschätzten MCs, der sich von seiner Crew löst und definitiv sein eigenes Ding durchzieht. V.a. Freunde von Dirty South der härteren Gangart werden hier garantiert auf ihre Kosten kommen. Dennoch absolut keine Durchschnittsware, denn Young Buck bringt genügend Persönlichkeit und Style rein und liefert ein sehr gutes Album ab.
Text: 8/10
Technik: 8/10
Beat: 9/10
Gesamt: 8/10
01. Push Em Back
02. Say It To My Face feat. Bun B & 8Ball & MJG
03. Buss Yo’ Head
04. I Ain’t Fuckin’ Wit U! feat. Trick Daddy & Snoop Dogg
05. Get Buck (YOUTUBE-VIDEO),
06. Buck The World feat. Lyfe Jennings
07. Slow Ya Roll feat. Chester Bennington
08. Hold On feat. 50 Cent
09. Pocket Full Of Paper feat. Young Jeezy
10. Haters feat. Kokane
11. U Ain’t Goin’ Nowhere
12. Money Good
13. Puff Puff Pass feat. Ky-Mani Marley
14. Clean Up Man
15. 4 Kings feat. Pimp C , T.I. & Young Jeezy
16. I Know You Want Me feat. Jazze Pha
17. Lose My Mind/Funeral Music
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Kategorie: Reviews
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