Massiv – Ein Mann, ein Wort
Verfasst von Andi am Mittwoch, 14. Mai 2008 um 13:38
Releasedate: 01.02.2008, Sony BMG
Die Einleitung einer Plattenkritik ist unter anderem dazu da, dem Leser den zu behandelnden Künstler etwas näher vorzustellen. Wenn jedoch die eigene Mutter sich erkundigt, wer denn dieser Rapper sei, der vor kurzem angeschossen wurde, ist dies im Falle von Massiv wohl unnötig. Also: Ein Mann, ein Wort, ein Review.
Das Album ist geprägt von einem epochalen Soundgerüst, fast jedes Lied hört sich wie eine Hymne an. Was einem sofort auffällt, ist, dass Massiv in fast jedem Song bedenkenswerte Grammatikfehler, sinnfreie Aussagen und weitere komische Fauxpas unterlaufen. Es ist zwar klar, dass auch bei „Ein Mann, ein Wort“ das Gebot der künstlerischen Freiheit zählt, dennoch sorgen diese Missgeschicke für das eine oder andere unfreiwillige Schmunzeln. Wenn uns Massiv zum Beispiel erklärt, dass Desue das Album „executive produced“, klingt das bei aller Liebe zu coolen Anglizismen doch ein wenig holprig. Die Beats sind durchwegs schön produziert, kein Wunder bei dieser herausragenden Produzentengarde rund um Shuko, Woroc, Brisk Fingaz undn DJ Desue. Die hervorragenden Instrumentals sorgen dann doch für den einen oder anderen Lichtblick. Die Singles „Der die Träume bewahrt“, „Weißt du wie es ist“ und der Titeltrack „Ein Mann, Ein Wort“ verändern nicht die Welt, gehen aber definitiv gut ins Ohr. Auch „Palestine“, Massivs Hommage an seine Heimat Palästina, ist aufgrund der Thematik recht interessant. Vergisst man die vorhin angesprochenen Grammatik- und Sinnesfehler (die zugegebenermaßen Peanuts sind), scheitert das Album doch an zwei großen Hürden. Massivs Rapfähigkeiten sind trotz seiner markanten Stimme keine Offenbarung, und vor allem seine lyrischen Ergüsse auf „Ein Mann, ein Wort“ sind trotz offensichtlicher Bemühungen einfach zu durchsichtig und oberflächlich. Seinen Partner Beirut zu bewerten wäre sowieso Zeitverschwendung. Was bleibt, ist ein überlanges Majoralbum mit überdurchschnittlichen Beats und einem unterdurchschnittlichen Rapper.
Es fällt einem sehr schwer, sich eine objektive Meinung über Massiv zu bilden, zu sehr polarisierte der Wahl-Berliner in den letzten Monaten. „Ein Mann, ein Wort“ ist kein Megaflop, es genügt allerdings nicht den Ansprüchen, die ein solches Interesse seitens der Fans und Medien gerechtfertigen würde. Daran können auch keine 250.000 Euro, ein Schussattentat oder 25 Streetsingles etwas ändern.
verfasst von Andreas Berger
Tracklist:
01. E.M.E.W. Intro (Prototyp Kanacke)
02. Ich habe meine Träume wahr gemacht
03. Ein Mann – ein Wort
04. Wir sind alle gleich
05. Teledin
06. Es tut mir leid
07. Weißt Du Wie Es Ist
08. Zwei Redakteure feat. Beirut
09. Mama
10. Wir sind Kanacken
11. Der die Träume bewahrt
12. Palastine
13. Ich bin kein Berliner
14. Das ist mehr als nur Strassenrap
15. Der Löwe feat. Beirut
16. Zur Erinnerung
17. Ende der Zeit
18. Leichenwagen
19. Der Araber
20. 9mm Breit
21. Es gibt nichts was zu regeln ist
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Kategorie: Reviews
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