Tone – Phantom

Verfasst von Lance1 am Montag, 13. April 2009 um 12:53

t-p-front Releasedate: 03.04.2009, Monstar Music

Aus dem Dunkeln ans Licht lautet der Untertitel der Platte und nichts trifft direkter auf den Protagonisten zu. Die Widrigkeiten des Lebens, die er auf seinem letzten Album „Zukunftsmusik“ eindringlich beschrieben hatte und ihn auch danach nicht losliessen, verdammten Tone zu einem Schattendasein, dessen aggressive Kurzausbrüche sich seiner Meinung nach verheerend für die Szenekonkurrenz auswirken. Seit seinem Debüt „Zukunftsmusik“ sind nun vier Jahre ins Land gegangen, zwischenzeitlich war „Phantom“ bereits so gut wie fertiggestellt, Tone entschied sich aber zu einem kompletten Wechsel seines Produzententeams, was die Produktion nochmals verzögerte. Das hört man dem Album irgendwie an, „Zukunftsmusik“ war einfach besser und ausgewogener. Auch dort gab’s zwar einige Schwachpunkte zu vermelden, auf „Phantom“ sind die leider etwas zahlreicher. Manche Hook wie auf „Leg das Mic weg“ oder „Zu weit voraus“ zünden einfach zu wenig, auch musikalisch ist manches wie „Bös“ oder „Murder Rap“ zu altbacken und berechenbar. Und ein eigentlich schöner Track wie „Mein Traum“ mit endlich wieder was Neuem von Xavier Naidoo ist inhaltlich viel zu christlich-missionierend, um mehrmals anhörbar zu sein. Aber was heisst auf dem Qualitätsniveau von Tone schon gut oder schlecht? Im Vergleich zur Konkurrenz eine rein rhetorische Frage: Wenn der Frankfurter hörbar tief Luft holt und seinen schneidigen Highspeed-Flow von der Leine lässt, macht sich nicht nur beim Fan ein wohliges Kribbeln breit. Messerscharfe, atemlose Reimstrukturen und Flows, Punchlinedichte in Kollegahnähe und allgemein Technik nicht von dieser Welt machen Tone zum wahrscheinlich besten Vertreter der hiesigen Battlezunft. Nachzuhören auf unglaublichen Brettern wie „Wahnsinns Flows“ oder dem nicht mehr normalen Gipfeltreffen mit Kool Savas, „Du hast Recht“. Dazu sehr gute bis wirklich brillante Themensongs mit Philosophischem auf „Durch den Regen“, ein Lied an den besten Freund („Special“) oder musikalische Hilfestellung an misshandelte Kinder mit Cassandra Steen auf „Sie leiden“. Dicke Pflichtplatte mit leider etwas schwächelnder Produktion, einem überragenden Hauptdarsteller und einer erfreulichen Themenvielfalt.

4.5 / 6

Tracklist:
01. Aus dem Dunkeln ins Licht
02. Bös
03. Leg das Mic weg
04. Du lässt mich nicht los feat. J-Luv
05. Weit gekommen
06. Skalpell
07. Durch den Regen
08. Unser Weg feat. Jeyz
09. Wahnsinns Flows
10. Mörder Rap
11. Mein Traum feat. Xavier Naidoo
12. Dein Tag wird kommen
13. Lieb von Dir feat. Harris
14. Du hast Recht feat. Kool Savas
15. Gorillas feat. Magic & Adem
16. Sie leiden feat. Cassandra Steen
17. Special
18. Zu weit voraus

Free Track “Mission”.mp3

www.myspace.com/reimroboter

Kommentare (1)

Kategorie: Reviews

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1 Kommentar

Kommentar von Marci

Made Mittwoch, 14 of Juli , 2010 at 12:15

Hey, habe mir gerade den Song Mission angehört finde ich ganz gut. Ehrlich gesagt hör ich normalerweise nicht so Hip Hop aber ich hör das immer eher mit einem Ohr für Musik. Also den Beat finde ich ziemlich gut, nette Melodie und ziemlich catchy. Schöne Sache

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