Kollegah – Zuhältertape Vol. 3
Verfasst von Lance1 am Mittwoch, 3. Februar 2010 um 11:13
Releasedate: 19.12.2009, Selfmade Records
Dachtet wohl schon, jetzt drehen wir total im roten Bereich und laden Bezahltapes hoch? Naw, wir vom Rapblog haben nur letztens bei einem Bier besiegelt, wieder Reviews zu liefern. Und das wöchentlich, also behaftet uns drauf. Den Anfang mache ich mangels aktueller Alternativen mit einem Meisterstück des Deutschraps 2009. Zwar “bereits” sechs Wochen alt, aber immer noch faszinierend.
Faszinierend mag für Unkundige etwas übertrieben klingen, für Kollegah-Fans dürfte es aber zutreffen. Allgemein sollte, ja muss die Rapszene beim wohlklingenden Namen Zuhältertape aufhorchen: Der erste Teil ist mittlerweile zum Instant Classic aufgestiegen. Teil zwei (Boss der Bosse) reichte zwar nicht ganz dran ran, war aber immer noch ein technischer Höllenritt. Der dritte Teil kann einfach ausgedrückt mühelos mit dem Debüt mithalten. Wie die Juice schon sagte, was Toni in punkto Technik, Wortwitz und Punchlines hier drauf abzieht, ist nicht mehr normal. Von mir aus kann er über Buddha, Büroalltag oder eben seinen völlig übertrieben inszenierten Godfather-Lifestyle rappen, wenn er es derart gekonnt in Szene setzt, hör ichs mir dennoch an. Das ist zwar nicht gerade massentauglich genau wie Lance’ Alkoholexzesse, aber ebenso hilariös. Auch meckerte im letzten Kollegah-Review ich über teils zu schwache Beats oder die Langweiler-Themen mancher Tracks. ZHT3? Fehlanzeige. Keine kitschigen Jammerliederchen oder verklärende Biografieholprigkeiten mehr, nur noch eiskalter Gangstershit und Bossrap klatscht Kollegah dem Hörer über die ganze Spielzeit auf die Backen.
Insgesamt ist zu sagen: Trotz altbackener Thematik ist jeder einzelne Beat gut, jeder einzelne Text und die meisten Lines sitzen perfekt. Zurück mit dem originalen Zuhälterstyle und seinem bisher wahrscheinlich besten Release. Hier noch Lines zu zitieren, wären reiner Frevel, dermassen viele lyrische H-Bomben gibt’s auf den 54 Minuten zu entdecken. Einzig der etwas weake Featurepart von Sundiego schmälert den Gesamteindruck etwas, allerdings ist Doubletimeskicken neben Kollegah selten eine gute Idee. Auch das unmöglich gemachte Bestellen ins Ausland (25 Euro Porto) erfreut höchstens die Post als das Sammlerherz. Das macht der Gesamtwertung nichts mehr aus: 10/10, 6 Kronen, 5 Mics. Nichtmassentauglicher Pflichtkauf für alle halbwegs an Raptechnik interessierten Hörer.
Tracklist:
01. Intro
02. Endlösung.mp3
03. Millennium
04. Westside
05. Rotlichtmassaker feat. Sundiego
06. Hoodtales I
07. Lovesong Reloaded.mp3
08. Zuhälterrap
09. Amsterdam
10. Hoodtales II
11. Selfmade Kings feat. Favorite
12. 180 Grad
13. Angeberprollrap 2
14. Hiroshima
15. Fahrenheit
16. Hoodtales III
17. Internationaler Player
18. Outro
——————————————————————————————————————————————–
Music:
Kollegah – Ein guter Tag zum Sterben (Seperate Diss) 2007
Kollegah – Fanpost (Ein guter Tag zum Sterben Reloaded) (Fler, Godsilla, Kitty Kat Diss) 2009
Kollegah – Hero 2008
Kollegah – Tonistyle 2006
Kollegah – Veni, Vidi, Vici 2007
Kollegah – 50 Minutes of Fame (Mixtape)
Comments (2)
Kategorie: Reviews
- © by www.rapblog.ch
Kommentar von Adi
Made Mittwoch, 10 of Februar , 2010 at 18:46
ganz geil gschriebe düüd!
Kommentar von Fingah
Made Sonntag, 21 of Februar , 2010 at 15:09
Sauber geschrieben Lance. Mag deinen Schreibstil, was aber nichts daran ändert, das Rapdeutschland (/schweiz/östereich) auch super ohne Kolle auskommen würde.






